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Nachhaltigkeit als Überlebensfrage: 7 Praxisfragen, die sich Unternehmen 2026 stellen müssen

Warum Nachhaltigkeit 2026 über Kosten, Resilienz und den Zugang zu Märkten, Kapital und Talenten entscheidet – und welche 7 Praxisfragen sich Unternehmen jetzt stellen müssen.

Erstellt von Dieter Haring | | PRO2 New Media | ESG Strategie, Kreislaufwirtschaft, nachhaltiges Wachstum, Nachhaltigkeit, PRO2 Consulting, Transformationsstrategie

Nachhaltigkeit ist 2026 kein "nice to have" mehr, sondern ein harter Wettbewerbsfaktor – und für viele Unternehmen zur strategischen Überlebensfrage geworden.

Warum Nachhaltigkeit heute zur Chefsache wird

Unternehmen stehen unter massivem Druck: steigende Energie- und Rohstoffpreise, fragile Lieferketten und wachsende Erwartungen von Kund:innen, Mitarbeitenden und Kapitalmarkt treffen gleichzeitig auf neue regulatorische Vorgaben. Wer Ressourcen verschwendet, CO₂-Kosten ignoriert oder ESG-Risiken nicht im Blick hat, riskiert Wettbewerbsnachteile, Margenverlust und im Extremfall den Verlust zentraler Markt- und Finanzierungspartner. Nachhaltigkeit rückt damit aus der CSR-Nische in den Kern der Unternehmenssteuerung – vergleichbar mit Liquidität oder Risikomanagement.

Von Imageprojekt zur betriebswirtschaftlichen Notwendigkeit

Lange wurden Nachhaltigkeitsinitiativen primär als Kommunikations- oder Markenprojekte verstanden. Heute entscheiden sie unmittelbar über Kostenstrukturen, Resilienz und die Fähigkeit, verlässliche Lieferzusagen einzuhalten. Steigende Preise und teils verknappte Rohstoffe führen dazu, dass ineffiziente Prozesse, energieintensive Anlagen und lineare Geschäftsmodelle zum realen finanziellen Risiko werden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen von Großkund:innen, Banken und Investor:innen an belastbare Nachhaltigkeitsdaten – wer diese nicht liefern kann, fliegt schneller aus Shortlists und Kreditportfolios.

CSRD & Co.: Berichtspflicht statt Wohlfühl-Kommunikation

Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) macht die EU Nachhaltigkeitsberichterstattung Schritt für Schritt für immer mehr Unternehmen verpflichtend. Ab Mitte der 2020er Jahre rücken auch viele mittelständische Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden bzw. kapitalmarktorientierte KMU in den Fokus und müssen strukturierte ESG-Informationen bereitstellen. Die Berichte orientieren sich an verbindlichen ESRS-Standards, die weit über einfache CO₂‑Bilanzen hinausgehen und u. a. Governance, Lieferketten, Mitarbeitendenthemen und Risikomanagement abdecken. Nachhaltigkeit wird damit prüfbar, vergleichbar – und zum festen Teil der externen Unternehmensbewertung.

Rohstoffknappheit, Energiepreise und geopolitische Risiken

Parallel zur Regulierung verschärfen Markt- und Rahmenbedingungen die Lage. Unternehmen sehen sich mit dauerhaft erhöhten Beschaffungskosten konfrontiert; bei bestimmten Metallen und Vorprodukten haben sich Preise innerhalb weniger Jahre teils mehr als verdoppelt. Exportbeschränkungen, geopolitische Spannungen und fragile Lieferketten führen zu längeren Lieferzeiten, steigenden Einkaufspreisen und in manchen Branchen sogar zu Produktionsstopps. Wer seine Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen, fossiler Energie oder einzelnen Regionen nicht aktiv reduziert, verliert Handlungsspielraum – genau in den Momenten, in denen schnelle Anpassungsfähigkeit gefragt wäre.

Nachhaltigkeit als Resilienz- und Innovationshebel

Richtig verstanden ist Nachhaltigkeit kein zusätzlicher Kostenblock, sondern ein Hebel für Resilienz, Effizienz und Innovation. Unternehmen, die frühzeitig in Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Beschaffungsstrategien investieren, stabilisieren ihre Kostenbasis und reduzieren Versorgungsrisiken. Gleichzeitig eröffnen sich neue Geschäftsmodelle – etwa durch servicebasierte Angebote, längere Produktlebenszyklen oder die Erschließung neuer Kundensegmente, die Wert auf nachweislich verantwortungsvolle Anbieter legen. Studien zeigen zudem, dass nachhaltige Unternehmen oft besseren Zugang zu Kapital haben, weil Investor:innen standardisierte ESG-Informationen zunehmend in ihre Entscheidungen einbeziehen.

Nachhaltigkeit strategisch verankern – statt nur operativ zu optimieren

Einzelmaßnahmen wie LED‑Umrüstung oder Abfalltrennung sind sinnvoll, reichen aber nicht aus, um die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen. Entscheidend ist, Nachhaltigkeit in Geschäftsmodell, Strategie und Steuerung zu integrieren – also dort, wo Investitionsentscheidungen, Produktportfolios und Standortfragen entschieden werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Geschäftsmodell und Wertschöpfungsketten auf Ressourcen- und Energieeffizienz ausrichten.
  • Wesentliche ESG-Risiken und Chancen systematisch identifizieren und in strategische Entscheidungen einfließen lassen.
  • Daten- und Reportingstrukturen aufbauen, die CSRD-/ESRS-Anforderungen erfüllen und zugleich intern für Managemententscheidungen nutzbar sind.

So wird Nachhaltigkeit von der isolierten Projektlinie zum integralen Bestandteil der Unternehmenssteuerung – und damit zum echten Wettbewerbs- und Zukunftsvorteil.

Wie PRO2 Consulting Unternehmen auf diesem Weg unterstützt

Für viele Unternehmen – insbesondere im Mittelstand – besteht die Herausforderung darin, den Einstieg pragmatisch zu gestalten, ohne sich in Komplexität und Detailfragen zu verlieren. Hier setzt PRO2 Consulting an und unterstützt Führungsteams dabei, Nachhaltigkeit von einem "nice to have" zu einem klaren strategischen Vorteil zu entwickeln. Typische Schritte in der Zusammenarbeit sind:

  • Analyse von Ausgangssituation, ESG-Risiken und regulatorischen Anforderungen, inklusive CSRD‑Reifegrad und Erwartungen zentraler Stakeholder.
  • Entwicklung einer Nachhaltigkeits- und Transformationsstrategie, die ökologische Ziele, Wirtschaftlichkeit und Unternehmenszweck miteinander verbindet.
  • Aufbau schlanker, aber belastbarer Reporting- und Steuerungsstrukturen, die sowohl externe Anforderungen erfüllen als auch intern für Controlling und Management nutzbar sind.

Ziel ist es, Nachhaltigkeit so im Unternehmen zu verankern, dass sie Kosten- und Risikodruck reduziert, neue Geschäftschancen eröffnet und den Zugang zu Kapital und Talenten verbessert – kurz: dass sie zur Antwort auf die Überlebensfrage von morgen wird.

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